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Tag 10

  • anetteirsfeld
  • 6. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Tag 10 – Zurück in Taschkent und Abschied von Usbekistan

Heute hieß es noch einmal früh aufstehen. Bereits um 9 Uhr wurden wir von Urgentsch aus zurück nach Taschkent geflogen. Urgentsch liegt etwa 40 Minuten von Chiwa entfernt. Der Flughafen ist überschaubar. Die Abwicklung lief problemlos. Der Flug führte mit einer kurzen Zwischenlandung über Buchara. Die einzelnen Flugabschnitte dauerten jeweils nur etwa 40 Minuten und verliefen völlig unkompliziert.

Überhaupt überrascht mich das Reisen innerhalb Usbekistans immer wieder. Am nationalen Flughafen geht alles erstaunlich entspannt. Kaum gelandet, standen die Koffer bereits auf dem Gepäckband. Keine langen Wege, keine aufwendigen Kontrollen – man verlässt einfach das Flughafengebäude und steht direkt vor dem wartenden Bus.

Von dort ging es zunächst in ein Einkaufszentrum, das wir bereits zu Beginn unserer Reise besucht hatten. Diese modernen Food-Malls gehören zwar nicht unbedingt zu den schönsten Orten des Landes, erfüllen aber ihren Zweck, wenn man schnell etwas essen möchte.

Danach fuhren wir zum großen Chorsu-Basar von Taschkent. Schade, dass wir dort nur etwa 40 Minuten Zeit hatten. Der Markt ist riesig und deutlich authentischer als viele der touristischen Basare entlang unserer Route. Hier kaufen die Einheimischen ein: Fleisch, Gemüse, Gewürze, Brot, Nüsse und unzählige andere Waren. Das bunte Treiben, die Gerüche und die vielen verschiedenen Stände hätten problemlos einen halben Tag gefüllt.

Natürlich lief ich viel zu weit und verlor etwas das Zeitgefühl. So kam ich etwas verspätet zurück zur Gruppe – ein Zeichen dafür, wie interessant dieser Markt tatsächlich war.

Anschließend fuhren wir ins Hotel. Es bestand noch die Möglichkeit, an einer freiwilligen U-Bahn-Tour teilzunehmen. Die berühmten Metrostationen Taschkents gelten als besonders sehenswert. Nach den vielen Eindrücken der vergangenen Tage entschied ich mich jedoch dagegen. Von der letzten Station wären es noch etwa 40 Minuten Fußweg bis zum Hotel gewesen, und ich merkte, dass mein Bedürfnis nach Ruhe heute größer war.

Nach einer erfrischenden Dusche machten wir uns zu zweit auf zu einem letzten Spaziergang. Eigentlich wollten wir zur Tashkent City, doch irgendwie verlief unsere Orientierung nicht ganz nach Plan. Stattdessen landeten wir in einem sehr schönen Park und spazierten durch gepflegte Straßen mit beeindruckenden Wohnhäusern, viel Grün und modernen Gebäuden. Vielleicht war es sogar schöner als das ursprüngliche Ziel.

Dabei fiel mir noch einmal auf, wie grün Taschkent ist. Breite Alleen, große Bäume und zahlreiche Parks prägen das Stadtbild. Nach den historischen Städten Samarkand, Buchara und Chiwa zeigt die Hauptstadt noch einmal eine ganz andere Seite Usbekistans.

Auf dem Rückweg kehrten wir noch in einem Restaurant ein, das sich als italienisches Restaurant bezeichnete. Ob die Küche tatsächlich italienisch war, sei dahingestellt, aber für einen letzten gemeinsamen Drink war es genau der richtige Ort.

Nun sitzen wir wieder im Hotel und bereiten uns auf unser Abschiedsessen vor. Die Nacht wird kurz werden. Bereits um drei Uhr morgens heißt es aufstehen, denn der Transfer zum Flughafen wartet. Unser Rückflug startet um 5:50 Uhr Richtung Deutschland.


Und damit endet eine Reise, die mich in vielerlei Hinsicht überrascht hat.

Usbekistan war für mich weit mehr als die berühmten blauen Kuppeln von Samarkand. Es waren die Geschichten entlang der Seidenstraße, die Gastfreundschaft der Menschen, die Basare, die Wüstenlandschaften, die jahrhundertealten Städte und die vielen Gespräche mit unserer Reiseleiterin Irina.

Irina hat diese Reise mit ihrem Wissen, ihrem Humor und ihren Geschichten ganz wesentlich geprägt. Sie verstand es, Geschichte lebendig werden zu lassen und gleichzeitig immer wieder Einblicke in das heutige Leben der Usbeken zu geben.

Natürlich könnte man an einzelnen Stellen der Reisegestaltung manches anders organisieren oder etwas mehr Zeit für bestimmte Orte einplanen. Doch das ändert nichts am Gesamteindruck:

Diese Reise war hervorragend organisiert, äußerst interessant und voller unvergesslicher Eindrücke.

Ich kann sowohl Usbekistan als Reiseziel als auch Studiosus als Veranstalter uneingeschränkt empfehlen.

Was bleibt?

Die Farben von Shah-i-Zinda. Die Kuppeln des Registan. Die Gassen Bucharas. Die Mauern Chiwas. Die Geschichten der Seidenstraße.

Und das Gefühl, für kurze Zeit in eine Welt eingetaucht zu sein, die zugleich fremd und vertraut, orientalisch und modern, historisch und lebendig ist.

Rahmat, Usbekistan.

Danke.




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