Tag 9
- anetteirsfeld
- 6. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Tag 9 – Oasentraum Chiwa
Dienstag, 02.06.2026
Chiwa gehört zu den schönsten Oasenstädten Zentralasiens. Hinter den alten Stadtmauern scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die gesamte Altstadt Itchan Kala ist UNESCO Weltkulturerbe.
Moscheen, Paläste und Medresen liegen dicht nebeneinander. Überall entdeckt man kunstvolle Holzschnitzereien, blau-grüne Kachelornamente und kleine Innenhöfe.
Heute ging es erst um 9 Uhr los, zu Fuß, die wenigen Schritte bis zum Westtor.
Westtor (Ata Darwaza)
Eines der Haupttore der Altstadt. Von hier gelangten früher Händler und Karawanen in die Stadt.
Kalta-Minor-Minarett
Das berühmteste Bauwerk Chiwas.
Besonderheiten: komplett mit türkisfarbenen Fliesen bedeckt, sollte das höchste Minarett Zentralasiens werden. Bau wurde nach dem Tod des Herrschers gestoppt. Dadurch entstand das ungewöhnlich breite und niedrige Erscheinungsbild.
Kunya Ark (Kohne Ark)
Die Zitadelle der Herrscher. Hier befanden sich:
Regierungssitz, Schatzkammer, Gericht, Moschee, Gefängnis (mit ziemlich brutalen Foltermethoden)
Eine Stadt in der Stadt.
Medrese Muhammad Rahim Khan
Benannt nach einem der aufgeklärtesten Herrscher Chiwas.
Er förderte: Wissenschaft, Literatur, Bildung, Mausoleum Pahlawan Mahmud
Der heiligste Ort Chiwas.
Pahlawan Mahmud war: Dichter, Philosoph, Ringkämpfer, Schutzheiliger der Stadt
Sein Mausoleum gehört zu den schönsten Bauwerken Usbekistans.
Islam-Khoja-Minarett
Mit etwa 57 Metern das höchste Minarett Chiwas.
Freitagsmoschee (Juma-Moschee)
Einzigartig in der islamischen Welt. Besonderheit:
213 Holzsäulen, einige stammen aus dem 10. Jahrhundert, keine große Kuppel
Das Licht fällt nur durch Öffnungen im Dach und erzeugt eine mystische Atmosphäre.
Tasch-Hauli-Palast
Der luxuriöse Palast der Khane aus dem 19. Jahrhundert.
Besonders sehenswert: Harem, Empfangshallen, Innenhöfe, aufwendige Fliesenarbeiten
Hier trafen wir auf eine Gruppe usbekischer Landfrauen, die sich gerne mit uns fotografieren ließen und viel lachten und tuschelten. Ein großer, junger westlicher Mann hatte es ihnen besonders angetan. Viele der Frauen haben goldene Schneidezähne als Zeichen ihres Wohlstandes, was für uns ein wenig befremdlich aussieht.
Der Nachmittag stand zur freien Verfügung, den wir noch einmal nutzten, um uns die verschiedenen Waren anzuschauen, so kam es, dass ich mir doch noch meterweise Stoff in usbekisch traditionellen Farben zum Bespannen meiner Terrasse kaufte.
Wenn Samarkand die prächtige Kaiserin der Seidenstraße ist und Buchara ihre gelehrte Schwester, dann ist Chiwa das lebendige Freilichtmuseum Zentralasiens. Hinter mächtigen Lehmziegelmauern scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Zwischen Minaretten, Palästen und Medresen kann man noch heute erahnen, wie Karawanen vor Jahrhunderten durch die Tore der Oasenstadt zogen.
Am Abend erleben wir den Sonnenuntergang über den Lehmhäusern der Altstadt – die warmen Farben des Abendlichts tauchen Chiwa in eine fast magische Stimmung. Wir wurden auf einer Dachterrasse super verköstigt und mit Folklore unterhalten. Beim Nachhause gehen durch sich langsam leerenden engen Gassen, trafen wir auf tanzende, lachende einheimische Frauen und Kinder, die ihre Lebensfreude nicht wie wir verstecken :-).
Fotomoment des Tages:
Das letzte Sonnenlicht auf den türkisfarbenen Minaretten.



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